
[1]Tattoofarben [2] = Autolack??!! Definitiv NEIN!!
Scheinbar hält sich dieses Gerücht recht hartnäckig, obwohl es schon zig mal durch die die Presse gegangen ist.
Da uns immer wieder Fragen oder Presseberichte erreichen, in denen behauptet wird, dass Tattoofarben [3] Tinte oder Farbpigmente von Autolacken enthalten oder noch viel schlimmer Tinte oder Autolack zum Tätowieren benutzt werden soll, hier eine kleine Aufklärung zu dem Thema:
Überlegt doch einmal selbst:
Jeder der schon einmal mit Autolacken gearbeitet hat wird wissen, dass
die Verwendung zum Tätowieren ausgeschlossen ist. Von den
Vergiftungsgefahren durch Schwermetalle etc. und deren Spätfolgen
einmal abgesehen, müsste es höllisch brennen und wie das hinterher
aussieht vermag ich mir gar nicht vorzustellen.
!! BITTE NICHT AUSPROBIEREN ODER NACHMACHEN !!
FAKT IST:
Seit September 2005 unterliegen Tattoofarben [4] den Richtlinien der
Kosmetikverordnung. Welche Farben und Inhaltsstoffe verwendet werden
dürfen ist dort geregelt und genau durch CI Nummern (Colour Index
Nummer) aufgeführt. Autolack und Tinte gehören nicht dazu und haben
daher auch nichts in Tattoofarben [5] zu suchen.
Weder wir noch ein uns bekannter Tätowierer verwendet Tinte oder Autolacke zum Tätowieren.
Darüber hinaus sind die von uns verwendeten Tattoofarben [6], wie die
meisten anderen auch, dermatologisch getestet und haben ein
Unbedenklichkeits Zertifikat erhalten.
Ich habe aber gehört, dass es Hersteller gibt die verunreinigte oder nicht hygienisch einwandfreie Farben anbieten!
Es ist richtig, dass in einer Charge, eines Farbtons, eines Herstellers Fäkalienkeime in den Proben gefunden wurden.
Wie gesagt handelte es sich hierbei um eine Abfüllung, eines Farbtons, eines einzigen Herstellers, so dass sich dies sicherlich nicht auf alle Farben aller Hersteller übertragen lässt.
Darüber hinaus wurde in diesem Fall sofort reagiert.
Fachzeitschriften und Tattoo Magazine haben sofort darüber berichtet und aufgefordert diesen Farbton aus dem entsprechenden Zeitraum zu entsorgen.
Der Hersteller hat Großhändler und Kunden darüber informiert und in einer Rückruf Aktion, diese Farbe vom Markt genommen.
Weiterhin hat das Gesundheitsamt Berlin vorbildlich reagiert und alle unter ihrer Kontrolle stehenden Tattoo Studios, also auch uns, telefonisch davon in Kenntnis gesetzt und die betroffende Farbe aus dem Verkehr gezogen.
Ihr seht also, es wird alles erdenkliche für eure Gesundheit getan.
Ihr solltet euch natürlich ein vernünftiges Studio suchen und euch nicht von irgend jemand Tätowieren lassen, der nicht geweblich gemeldet ist und somit auch keinerlei Kontrollen ausgesetzt ist.
Farbcaps vs. Einmal-Dosen bzw. Single-Doses:
Worum geht es:
Beim Tätowieren werden die Farben normalerweise in kleine
Farbtöpfchen, Caps genannt, abgefüllt und für jeden Kunden neu
vorbereitet. Die Caps werden danach entsorgt und jeder Kunde bekommt
natürlich neue Caps, genauso wie neue Nadeln.
Und wozu der ganze Aufwand:
Um die Krankheitsübertragung von Kunde zu Kunde mit Krankheiten wie Hepatitis, HIV etc. zu verhindern. Vereinfacht gesagt werden die Nadeln in die Caps getaucht, nehmen dadurch Farbe an, die dann unter die Haut gestochen wird. Da hierbei die Nadeln natürlich mit Blut und Wundwasser in Berührung kommen und immer wieder in die Farbe getaucht werden wird die Farbe in den Caps natürlich auch kontaminiert. Daher werden nach jedem Kunden die Caps sammt Restfarbe und auch die verwendeten Nadeln entsorgt und jeder Kunde bekommt neue Caps und Nadeln.
Vermeindliches Problem:
Nun kann es durch falsches Handling des Tätowierers passieren, dass er
beim Nachfüllen der Farbe, mit der Spitze der Farbflasche in die
kontaminierte Farbe in den Caps eintaucht, und dadurch die komlette
Farbflasche kontaminiert wird und somit vernichtet werden müsste.
Allerdings werden diese Farbflaschen bei allen Kunden verwendet. Bei
einer solchen Kontaminierung der Farbflasche wäre also wieder eine
Übertragung von Krankheiten von Kunde zu Kunde möglich.
Vermeindliche Lösung:
Man verwendet keine Caps, sondern Farben in kleinen Einmal Dosen von
10ml oder 20ml, ähnlich wie die kleinen Dosenmilch Packungen.
Allerdings
sind diese um ein vielfaches teurer und gerade bei Glanzpunkten etc, wo
nur sehr wenig Farbe benötigt wird, schmeisst man den Großteil der
Farbe weg.
Unsere Meinung:
Solange wir nicht dazu gezwungen werden diese Einmal-Dosen zu verwenden,
werden wir wie gewohnt Caps einsetzen. Wenn ein Tätowierer so
unkonzentriert arbeitet, dass er es nicht schafft, warum auch immer,
die Farbe von oben in die Caps einzufüllen ohne die Spitze in die Farbe
zu tauchen, wie soll er dann detailierte Bilder als Tattoo auf die Haut
bringen? Also wenn es bei einem Tätowierer schon an dieser Kleinigkeit
hapert, wie sehen sie sonstigen hygienischen Bedingungen und vor allem
die Einhaltung solcher hygienischen Richtlinien, bei denen man auch jede
Menge falsch machen kann, aus?
Es ist natürlich klar das die Hersteller und Händler eine solche Regelung begrüßen würden, da sie mehr Farbe für einen höheren Preis verkaufen würden.
Da man die Farbmenge mit den Caps besser dosieren und mischen kann und dadurch weniger Farbe und Verpackung, die man dann auch noch sehr teuer bezahlt hat, im Müll landen, sind
wir gegen solch eine Regelung.